Dienstag, 21. März 2017

Verdun: Eine Narbe im Land



Verdun heute

Wo der Krieg auch nach 100 Jahren noch lebendig ist

In Azincourt oder Minden findet der Schlachtfeldtourist nichts, was an die Kämpfe vergangener Epochen erinnert. Das Wetter und die Menschen haben alle Schlachtspuren beseitigt.  Was für ein Unterschied ist da eine Reise nachVerdun, an die Somme oder nach Flandern. Nichts beeindruckt so nachhaltig, wie ein Besuch auf den Schlachtfeldern des Großen Krieges. Besucher sehen die Spuren der Schlacht in der Landschaft, sie sehen die Stacheldrahtverhaue, Bunker, Unterstände, ja sie sehen Knochen und Ausrüstung der Gefallenen!



Besonders ausgeprägt ist das in Verdun. Teilweise sieht es dort aus, als hätten die Soldaten ihre Unterstände gerade erst verlassen. Wer Dioramen kreieren will, hier wird er fündig, er kann am Objekt studieren! 2016 bis 2018 wird in Frankreich und Deutschland nun der Schlacht offiziell gedacht.

Die Schlacht

Hier soll  es nicht um eine weitere Schlachtbeschreibung mit allen militärischen Einzelheiten gehen. „Des Ruhmes Lohn“ ist im gleichnamigen Buch hinreichend beschrieben worden. Uns interessiert der Ort. Es ist trotzdem dringend zu empfehlen, eine Schlachtbeschreibung zu lesen, um vor Ort besser suchen und recherchieren zu können. Vorab mögen hier einige nüchterne Zahlen, die der Besucher in den Museen vor Ort erfährt, die Ausmaße und Dimensionen der Kämpfe verdeutlichen:  Die Schlacht von Verdun fand vom 21. Februar bis 19. Dezember 1916 statt. 1917 verlagerten sich die Kämpfe auf das Westufer der Maas zum so genannten Toten Mann (Le Mort Homme) und die Höhe 304. Zu dieser Zeit waren neben Deutschen und Franzosen auch die Amerikaner  unter General Pershing beteiligt, die die Franzosen entlasten sollten.

In den 300 Tagen schwerster Kämpfe wurden rund 50 Millionen Granaten und Wurfminen verschossen. In diesem schier unglaublichen Inferno starben 300.000 Soldaten, 400.000 weitere wurden verwundet und schwer verstümmelt. Häufig erlitten die Soldaten Posttraumatische Stresserscheinungen (PTSD), die sich in lang anhaltendem Zittern, nächtlichen Alpträumen oder „Wahnsinn“ äußerten. Verdun hieß bei den Soldaten Blutpumpe, Knochenmühle oder schlicht „die Hölle“. Durch diese Blutpumpe jagten beide Seiten rund 120 Divisionen, abwechseln durchliefen über 2 Millionen Mann die Schlacht. Hinzu kamen rund 2.500 Geschütze.

Die Deutschen eröffneten den Angriff unter dem Namen „Operation Gericht“ beiderseits der Maas mit dem Ziel, möglichst viele französische Truppen zu binden und zu vernichten. Durch die Schwächung sollten die Entente mit England auseinanderdividiert werden. Das Gegenteil trat ein: Die Briten starteten im Sommer 1916 einen Entlastungsangriff an der Somme. Auch ein Durchbruch zu unweit gelegenen Industriegebieten lag im Kalkül der Heeresleitung. Im Zentrum aller Bemühungen standen die Befestigungen rund um Verdun, ein Sperrgürtel aus so genannten Forts, Namen wie Fort Douaumont und Fort Vaux dominierten in den Berichten beider Seiten. Hier finden sich auch die heftigsten Kampfspuren. Die Schlacht wurde auch zu einem persönlichen Duell der beiden Oberkommandierenden Pétain (Frankreich) und Falkenhayn (Deutschland). „Sie werden nicht durchkommen“, dieses Ziel erreichten die Franzosen. Verdun endete nach Entlastungsoffensiven der Verbündeten Frankreichs mit einer Niederlage des deutschen Westheeres. Die Truppen beider Seiten wiesen eine Qualität auf, wie sie zu keiner Zeit mehr erreicht wurde. 

Das Schlachtfeld

Das Gelände umfasst in Verdun 26.000 Hektar. Ein großer Teil mit den Forts und großen Gedenkstätten östlich der Maas, ein weiteres Gebiet mit den markanten Punkten Le Mort Homme und Höhe 304 westlich davon. Die Kernzone (Zone Rouges) rund um die Forts Douaumont und Fort Vaux nordwestlich der Stadt Verdun wurde nie wieder mit Menschen besiedelt und umfasst rund 10.000 Hektar. Schwermetalle, Arsen, Relikte des Gaskampfes mit Senfgas und Phosgen im Boden ließen Wohngebiete als zu riskant erscheinen. Große Teile des Schlachtfeldes sind mit Wald und Gebüsch bedeckt. Robuste Kleidung und Wanderschuhe muss also mitbringen, wer tiefer in die Geheimnisse und Strukturen des Schlachtfeldes eindringen will. Warnung: Es liegen unbekannte Mengen Blindgänger im Gelände, oft spült der Regen sie an die Oberfläche. Auch zu bedenken: Verdun ist ein großer Friedhof. Knochen liegen an manchen Stellen unbestattet herum. Mit etwas Laub, Pietät und Erde bringt der Besucher die sterblichen Überreste nach Regenfällen wieder unter die Erde.

Der Weg nach Verdun

Nach Verdun gelangt man aus Trier über Luxemburg oder aus Saarbrücken. Der Reisende folgt zunächst der Beschilderung nach Metz. Aus Norden führt der Weg über Landstraßen oder aus Westen über die französische A4. Im letzten Abschnitt folge man der Beschilderung Verdun Champs de Bataille. Auch mit dem Zug ist Metz der erste Anfahrtspunkt, dann weiter bis Meuse. Mietwagen, Auto und Bike sind unerlässlich, zu groß sind die Dimensionen des Schlachtfeldes. Zwei Tage sollte sich der Besucher nehmen. Die Beschilderung ist gut. Viele Wege und Straßen sind vorhanden, nur unmittelbare Erkundungen zu einzelnen Gräben, Bunkern und Unterständen führen durch unwegsames Gelände.

Zwei Tage sollte sich der Besucher nehmen. Für rund 100 Euro gibt es Zimmer in der Stadt Verdun. Führungen lassen sich beim Fremdenverkehrsbüro buchen, ebenso Karten und Broschüren.

Wichtige Stationen

Erstbesucher beginnen die Tour sinnvollerweise im Mémorial von Verdun. Das Museum wurde im Februar 2016 nach zwei Jahren des Umbaus und der Erweiterung wieder geöffnet. Der zirka zweistündige Rundgang für 8 EUR durchs Museum vermittelt alle notwendigen Kenntnisse der Schlacht und widmet sich vor allem dem Leben des einzelnen Soldaten. Der Besucher sollte sich hier unbedingt eine Karte mitnehmen, um den weiteren Besuch gut planen zu können.
 
Weiter geht es zum Beinhaus von Verdun. Der riesige Turm ist weithin zu sehen. Es wurde am 7. August 1932 vom damaligen französischen Staatspräsidenten Albert Lebrun eröffnet. Hier fanden 130.000 unidentifizierte Gefallene ihre letzte Ruhe. Die Fassade trägt die Wappen der Städte, die zur Errichtung dieses Denkmals beigetragen haben.  Der 46 m hohe Turm überragt das gesamte Schlachtfeld, der Besucher steigt hinauf und hat einen guten Blick über das gesamte Areal.



Blick vom Beinhaus über das Schlachtfeld von Verdun

Das Beinhaus besteht aus 22 Abteilungen mit 46 Grabzellen aus Granit. Die Zellen sind nach Abschnitten des Schlachtfeldes geordnet und enthalten Gebeine, die im jeweiligen Abschnitt gefunden wurden. Vor dem Beinhaus liegt der Soldatenfriedhof von Douaumont, hier wurden 15.000 bekannten französischen Soldaten begraben.



Der Turm des Beinhauses, Schauplatz der historischen Begegnung von Francois Mitterand und Helmut Kohl

Vom Beinhaus führt uns der Weg zum so genannten Bajonettgraben. Am 12. Juni 1916  wurde eine Einheit des französischen 137. Infanterieregiments der Überlieferung nach lebendig verschüttet. Als einziger Hinweis auf die Soldaten ragen die Bajonettspitzen bzw. Gewehrspitzen einige Zentimeter aus der Erde. Anderslautenden Angaben zufolge haben deutsche Soldaten das Grab der Toten mit den Gewehrspitzen nachträglich markiert. 1920 wurde auf Anregung eines amerikanischen Bankiers ein bunkerähnliches  Denkmal an der Stelle des ehemaligen Schützengrabens errichtet.



Bevor es zu den Forts von Verdun geht, sollte der Besucher einen Blick auf eines der zerstörten Dörfer werfen. 9 Dörfer wurden ausgelöscht und nie wieder aufgebaut: Beaumont, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont, Fleury, Haumont, Louvement, Ornes und Vaux. Heute weisen nur noch Schilder auf diese Dörfer hin, in denen Wohnhäuser, Läden oder öffentliche Institutionen, wie die Schule oder Lebensmittelläden, einzeln ausgeschildert sind.

Der Höhepunkt jeder Verdun-Tour ist ein Besuch der Forts Douaumont und Vaux. Douaumont sollte der Besucher von außen, Fort Vaux auch innen besuchen. Beide Forts gehörten zu den Schlüsselstellungen der Schlacht. Um die Forts herum zeugen die verwitterten Granattrichter einer verwüsteten Landschaft von der Heftigkeit der Kämpfe.



Das Fort Douaumont von außen, die Spuren der Kämpfe sind deutlich zu sehen 

Und dann das Fort Vaux. Hier fanden die wohl furchtbarsten Nahkämpfe der Schlacht statt. Lassen wir Kurt Tucholsky zu Wort kommen, der in der „Weltbühne“ im August 1924 seinen Besuch in diesem Fort für die Nachwelt dokumentiert hat:

„Der Wagen hält. Diese kleine Hügelgruppe: das ist das Fort Vaux. Ein französischer Soldat führt, er hat eine Karbidlampe in der Hand. Einer raucht einen beißenden Tabak, und man wittert die Soldatenatmosphäre, die überall gleich ist auf der ganzen Welt: den Brodem von Leder, Schweiß und Heu, Essensgeruch, Tabak und Menschenausdünstung. Es geht ein paar Stufen hinunter.

Hier. Um diesen Kohlenkeller haben sich zwei Nationen vier Jahre lang geschlagen. Da war der tote Punkt, wo es nicht weiter ging, auf der einen Seite nicht und auf der andern auch nicht. Hier hat es haltgemacht. Ausgemauerte Galerien, mit Beton ausgelegt, die Wände sind feucht und nässen. In diesem Holzgang lagen einst die Deutschen; gegenüber, einen Meter von ihnen, die Franzosen. Hier mordeten sie, Mann gegen Mann, Handgranate gegen Handgranate. Im Dunkeln, bei Tag und bei Nacht. Da ist die Telefonkabine. Da ist ein kleiner Raum, in dem wurde wegen der Übergabe parlamentiert. Am 8. Juni 1916 fiel das Fort. Fiel?  Die Leute mußten truppweise herausgehackt werden, mit den Bajonetten, mit Flammenwerfern, mit Handgranaten und mit Gas. Sie waren die letzten zwei Tage ohne Wasser. An einer Mauer ist noch eine deutsche Inschrift, mit schwarzer Farbe aufgemalt, schwach zu entziffern. Und dann gehen wir ins Verbandszimmer.

Es ist ein enges Loch, drei Tische mögen darin Platz gehabt haben. Einer steht noch. An den Wänden hängen kleine Schränke. Oben ist, durch eine Treppe erreichbar, der Alkoven des Arztes. Ich habe einmal die alte Synagoge in Prag besucht, halb unter der Erde, wohin sich die Juden verkrochen, wenn draußen die Steine hagelten. Die Wände haben die Gebete eingesogen, der Raum ist voll Herzensnot. Dieses hier ist viel furchtbarer. An den Wänden kleben die Schreie – hier wurde zusammengeflickt und umwickelt, hier verröchelte, erstickte, verbrüllte und krepierte, was oben zugrunde gerichtet war. Und die Helfer? Welcher doppelte Todesmut, in dieser Hölle zu arbeiten! Was konnten sie tun? Aus blutdurchnäßten Lumpen auswickeln, was noch an Leben in ihnen stak, das verbrannte und zerstampfte Fleisch der Kameraden mit irgendwelchen Salben und Tinkturen bepinseln und schneiden und trennen, losmeißeln und amputieren...

Linderung? Sie wußten ja nicht einmal, ob sie diese Stümpfe noch lebendig herausbekämen! Manchmal war alles abgeschnitten. Die Wasserholer, die Meldegänger – wohl eine der entsetzlichsten Aufgaben des Krieges, hier waren die wahren Helden, nicht im Stabsquartier! –, die Wasserholer, die sich, mit einem Blechnapf in der Hand, aufopferten, kamen in den seltensten Fällen zurück. Und der nächste trat an . . . Wir sehen uns in dem leeren, blankgescheuerten Raum um. Niemand spricht ein Wort. Oben an dem Blechschirm der elektrischen Lampe sind ein paar braunrote Flecke. Wahrscheinlich Rost...

Vor dem Tor hat man für einige der Gefallenen Gräber errichtet, das sind seltene Ausnahmen, sie liegen allein, und man weiß, wer sie sind. An einem hängt ein kleiner Blechkranz mit silbernen Buchstaben: Mon mari.

Und an einem Abhang stehen alte Knarren, die flachen, schiefgeschnittenen Feldflaschen der Franzosen, verrostet, zerbeult, löcherig. Das wurde einmal an die durstigen Lippen gehalten. Wasser floß in einen Organismus, damit er weitermorden konnte. Weiter, weiter…“

Quelle: Kurt Tucholsky, Vor Verdun, Die Weltbühne, 07.08.1924, Nr. 32, S. 218.

Den Abschluss sollte der Verdun-Besucher vor seiner Rückkehr in die Stadt im freien Gelände machen. Bei der Fahrt mit dem Auto werden Stellungen, Schützengräben und Unterstände angezeigt. Eindrucksvoll ist dabei besonders die Todesschlucht, Ravin de la Mort, unweit von Bajonettgraben und Beinhaus. Zahlreiche Bodenfunde und Schützengräben zeugen von der Heftigkeit der Kämpfe an dieser Stelle.

An diesem Ort besonders intensiven Sterbens sollte noch einmal Tucholsky zu Wort kommen. Sein Satz hat in der Gegenwart für andere Hintergründe nichts von seiner Aktualität eingebüßt:   „Denn das Entartetste auf der Welt ist eine Mutter, die darauf noch stolz ist, das, was ihr Schoß einmal geboren, im Schlamm und Kot umsinken zu sehen.“

Donnerstag, 22. Januar 2015

100 Jahre Erster Weltkrieg

Der "Grabenfuß" – Ein Beitrag zur Geschichte des Sanitätswesens im "Großen Krieg"

„Alles nass und dreckig hier, man fault buchstäblich an“, schreibt der Soldat Fritz Niebergall im Januar 1915 von der Westfront seinen Eltern nach Hause. Socken stehen in seinen Briefen ganz oben auf der Wunschliste. Der junge Soldat beschreibt ein Phänomen, das bald zum Horror für die Soldaten aller Nationen werden sollte: Denn neben dem so genannten „Kriegszittern“ (Englisch „Shell Shock“), den „Kriegszermalmten“, d. h. durch Granatsplitter schwerst entstellten Soldaten, war der  „Grabenfuß“, medizinisch „Immersionsfuß“, (Englisch „Trench Foot“, Französisch “Pied de tranchée“) eine extrem gefürchtete Folge des Grabenkampfes im Ersten Weltkrieg.


Bild: "Grabenfuß" eines französischen Soldaten, vermutlich kurz vor der Amputation
Quelle: Bibliothèque et Archives Canada/PA-149311

Vorgeschichte

Vereinzelte Berichte über „Immersionsfüße“ hatte es bereits im 19. Jahrhundert aus Kriegen in Russland gegeben. Das Phänomen ist durch Dominique Jean Larrey, Feldarzt der „Großen Armee“ in den Kriegen Napoleons, genauso bezeugt wie aus dem Krimkrieg 1853 bis 1856. Auch die Balkankriege, die dem Ersten Weltkrieg vorausgehen, kennen diese Erkrankung, die von Feldchirurgen oft mit der Kälte an den genannten Kriegsschauplätzen in Verbindung gebracht wird. Zum Massenphänomen wird der Immersionsfuß aber im Ersten Weltkrieg. Seit Herbst 1914 hatten sich die Soldaten im Westen vom Ärmelkanal bis zur Schweizer Grenze eingegraben, um sich vor der verheerenden Wirkung der Artillerie, den Splittern und den Maschinengewehren wenigstens notdürftig zu schützen. Speziell in Flandern/Belgien stießen sie dabei nach kurzer Zeit auf Grundwasser. An anderen Frontabschnitten hatte wochenlanger Regen die Schützengräben in einen Morast verwandelt. Und in diesem Morast standen Hunderttausende Soldaten auf beiden Seiten knietief in schlammigem Wasser. Das sollte bald Folgen haben.



Ausbreitung

Verlässliche Daten zur exakten Ausbreitung des „Grabenfußes“ gibt es nicht. Das hat einen einfachen Grund. Militärärzte unterschieden den Immersionsfuß zunächst nicht von anderen Kälteschäden, wie der Wehrmediziner Professor Hans Killian nach dem 2. Weltkrieg feststellte. Die Sanitätsberichte über das Deutsche Heer des Reichskriegsministeriums lassen darauf schließen, dass der Schwerpunkt der Erkrankungswelle in den Jahren 1914/1915 lag. Ab 1915 greifen in allen Armeen Präventionsmaßnahmen. Auch breitet sich das Phänomen in den Herbst- und Wintermonaten aus. Der Sanitätsbericht konstatiert: „Im November erfroren sich vom XXV. Reservekorps 15 Leute die Füße beim Dienst im Laufgraben; bei 14 Soldaten mussten zum Teil die Unterschenkel abgenommen werden.“ Beunruhigend ist für die Mediziner, dass es nicht der scharfe Frost ist, der die Erkrankung befördert: „Weitere 150 Erfrierungen wies das Korps auf, trotzdem die Außentemperatur kaum unter 0 Grad heruntergegangen war.“ Hier stoßen wir zum ersten Mal auf die typische Erscheinungsform des „Grabenfußes“: Tatsächlich ist die Kombination aus niedrigen Temperaturen und Nässe, die den „Immersionsfuß“ befördert. Professor Hans Killian weist aus Versuchen und aus der Statistik des 1. Weltkrieges nach, dass diese Kombination für den Soldatenfuß bis zu Temperaturen von 10-12 Grad verhängnisvoll ist.

Auch die Franzosen leiden währenddessen unter diesem Phänomen. Hier erkranken z. B. in einem Kolonialbattalion, das aus 2324 Mann besteht, 233 Soldaten im Frontabschnitt am Chemin de Dames im feuchten April des genannten Zeitraums. Auch in Frankreich wird zunächst von Kälteschäden gesprochen. Die sorgfältigste Statistik führen die Briten: Hier verzeichnen die Militärhistoriker schon im ersten Kriegshalbjahr 1914 rund 20.000 Fälle. Damit dürfte klar sein, dass spätestens an der Jahreswende 1914/1915 der „Grabenfuß“ zum Massenphänomen geworden ist.

Voraussetzungen

Die Leitfähigkeit von Wasser ist 20mal höher als die von Luft. Damit ist eine westliche Bedingung für die Entstehung des „Grabenfußes“ genannt. Grundsätzlich treffen eine feuchte Umgebung und niedrige Temperaturen aufeinander. Ob man dann letztlich am „Grabenfuß“ erkrankte, hing sowohl von den Einsatzbedingungen als auch von den eigenen Voraussetzungen ab. Grundsätzlich waren es die Fronttruppen in den Schützengräben, die die höchsten Erkrankungsraten aufwiesen. Wehrmediziner sehen das Problem zwar auch bei scharfem, trockenem Frost. Hier kommt es sicher zu Erfrierungen. Aber zusätzlich gefährlich wurde es für die Soldaten, wenn zur Kälte die Nässe hinzukam. War der Soldatenfuß länger als 10 Tage einem schlammigen Milieu ausgesetzt, ohne den Fuß waschen, trocknen und wärmen zu können, war die Gefahr extrem hoch. Temperaturen über dem Gefrierpunkt reichten bereits völlig aus. Kam zur Oberseite des Stiefels dann Matsch und Schnee ins Schuhwerk, der am Fuß taute, weichte die Haut durch und es konnten zusätzlich Bakterien die Infektionsgefahr erhöhen. Diese Voraussetzungen waren im Herbst 1914 an der ganzen Westfront gegeben. Kamen dann noch anlagebedingte Gefäßentzündungen, enge Stiefel, hockende Haltung, Sklerosen bei Rauchern, mangelnde Hygiene und schlechte, vitaminarme Ernährung bei einzelnen Soldaten hinzu, ergab das die gefährliche Kombination, die den „Grabenfuß“ beförderte.

Erkrankungsstadien

Bei einer Kombination aus Feuchtigkeit und Kälte verliert der Fuß zunächst schnell seine Wärme. In den Schützengräben waren die Soldaten darüber hinaus oft zu absoluter Bewegungslosigkeit gezwungen. Unter diesen Bedingungen versagt die „natürliche Klimaanlage“, die unser Gefäßsystem darstellt. Der Aufenthalt im kalten Schlamm lässt den Fuß bis in die Tiefe auskühlen. Hier liegt der entscheidende Unterschied des Immersionsfußes zu oberflächlichen Erfrierungen. Der Soldat bemerkte dies zunächst durch zunehmenden Kälteschmerz im Fuß. Das oft sehr enge Schuhwerk der Grabenkämpfer, das Tragen mehrerer Paar Socken, schien für den Betroffenen oft die Ursache des eigenartig ziehenden Tiefenschmerzes zu sein. Am Anfang versuchter mancher durch Bewegungen der Zehen dem Phänomen entgegenzuwirken, doch es war vergebens. Dauerte der Aufenthalt im Graben länger, saß der Soldat in der Hocke, kam die Ablösung nicht, verschlimmerte sich das Phänomen. Die Arterien wurden zusätzlich abgeklemmt. Nun traten Parästhesien auf, der Soldat hatte das Gefühl, dass seine Beine „einschlafen“. Mit der Zeit wurden Fuß und Bein taub, blass, runzelig und marmoriert. Ödeme traten auf.

Fotoaufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg zeigen, dass die Betroffenen getragen werden mussten. Das Gehen war den Opfern wegen starker Schmerzen in Ballen und Fersen oft unmöglich geworden.

Dauerte die Kälte- und Nässewirkung über viele Stunden und Tage an, stellen sich Nekrosen, irreversible Gewebsveränderungen, ein. Wurden Bein und Fuß jetzt plötzlich erwärmt,  wurden über das Blut Eiweißabbauprodukte ausgeschwemmt und es kam zu Fieber. Die Haut zeigte sich den Sanitätern jetzt prall, gespannt, glänzend und hochrot. Teilweise bildeten sich Blasen. In der Anfangsphase des Krieges jedoch waren Sanitäter und Ärzte oft noch unerfahren: Verzögerungen und Fehler führten dann am Ende zur Gangrän.

Gegenmaßnahmen

Im Winter 1914/1915 mussten die Militärärzte laut Sanitätsbericht den Betroffenen mit weit vorangeschrittenen Krankheitszeichen oft „die Unterschenkel abnehmen“. Die Chirurgen lagen jedoch bereits richtig als sie bei der Ursachenanalyse eine Kombination aus „unbewegter Ruhelage der Füße sowie nasses und verengtes Schuhwerk“ vermuteten. Aus dem Jahre 1916 stammt ein Beitrag von Dr. Dunlap Pearge Penhallow zum „Trench Foot“. Er ist mit dem Amerikanischen Roten Kreuz in Europa und schildert Symptome und Gegenmaßnahmen aus der Sicht eines Mediziners. Sein Beitrag in „Military Surgery“ beschreibt den entscheidenden Erkenntnisfortschritt der Zeit: Der „Grabenfuß“ ist hier nicht länger ein „Frostproblem“, er ist ein „Feuchtigkeitsproblem“. Wie sonst konnte man erklären, dass diese Erscheinung auch bei Temperaturen weit über dem Gefrierpunkt auftrat? Es war diese Erkenntnis, die wirksame Gegenmaßnahmen einleitete.

Bei rechtzeitiger Diagnose, so Penhallow, sei dem Problem noch mit Bettruhe, Schmerzstillung, Bädern sowie dem Einreiben mit Lotionen und Alkohol beizukommen.

Um es nicht zur gefürchteten Amputation kommen zu lassen, rückt er die Prävention in den Vordergrund. Die Stiefel dürfen seiner Ansicht nach nicht zu eng sein, um auch das Tragen von zwei Paar Socken problemlos zu ermöglichen. Wasserabweisende Behandlung der Stiefel und das regelmäßige Wechseln der Socken sind für ihn ein weitere wichtige Prophylaxe-Faktoren. Einmal in 24 Stunden sollen die Stiefel ausgezogen, die Füße von Kameraden oder Sanitätern inspiziert, abgetrocknet und gewärmt werden. Auch die Schützengräben selbst nimmt er ins Visier. Abtritte aus Holz, Dämmungen, Pumpen und Stroh sollen die Durchnässung mildern und damit die Ursache wirksam bekämpfen. Die Maßnahmen werden an der Westfront umgesetzt. Der „Grabenfuß“ verschwindet zwar nicht, seine schrecklichen Folgen können aber in den letzten Kriegsjahren gemildert werden.

Epilog

Und nach dem Ersten Weltkrieg? Die Geschichte des „Grabenfußes“ war nicht zu Ende. Von den Stränden der Normandie 1944, über den Krieg in Vietnam (“Dschungelfäule“) bis zum Falklandkrieg blieb diese Erkrankung trauriger Begleiter der Soldaten in vielen Kriegen.



 Bild 2: In Soldatenzeitschriften wurde vor den Folgen der Erkrankung gewarnt

Doch nicht nur da: Noch 1985 registrierte die Bundeswehr Beeinträchtigungen bei längeren Übungen. Sicher wissen Militärärzte heute weit mehr über Vorbeugung, doch nicht immer lässt die Realität des Einsatzes die notwendigen Maßnahmen zu.

Fachbeitrag erschienen OST / Stefan Slaby 2014

Montag, 5. Januar 2015

Wie wirken Medien?

Der - nicht ganz einfache - Versuch einer Einführung

In der aktuellen Diskussion zum Wandel im Mediensystem unterstellen Diskussionspartner oft bestimmte "Wirkungen" der Medienberichterstattung. Dabei wird wahlweise pauschalisiert, dramatisiert oder verharmlost. Sowohl Kommunikationsberufe als auch interessierte Beobachter des Mediensystems sollten deshalb grundlegende Ergebnisse einschlägiger Modelle kennen.

Vorab: Die Frage nach den Wirkungen der Massenmedien gleicht einem Fass ohne Boden. Zum einen ist die Vielzahl an Befunden kaum mehr überschaubar – in wenigen anderen Bereichen der Kommunikationsforschung findet man ein derartig großes Maß an Forschungsaktivitäten – zum anderen wurde und wird die Frage nach der Wirkung der Massenmedien entweder als falsch gestellt betrachtet oder für wissenschaftlich gar nicht beantwortbar gehalten.

Im Mittelpunkt der zahlreichen Forschungen stehen die Wirkungen massenmedial verbreiteter Aussagen auf die einzelnen Rezipienten. Inwieweit lassen sich Veränderungen bei den Mediennutzern feststellen? Im Hinblick auf die Wirkungsbereiche lassen sich z. B. Wirkungen im Verhalten, im Wissen, in Meinungen und Einstellungen, im emotionalen Bereich, in den Tiefensphären des psychischen und/oder im physischen Bereich (Schlafstörungen) unterscheiden. Genauso wurden Wirkungen u. a. auf das Kaufverhalten, das politische oder soziale Verhalten untersucht.

Auch aus der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft heraus haben sich somit zahlreiche Theorien zur Wirkung der Massenmedien entwickelt.

Von starken zu schwachen Wirkungen

In einer ersten Phase herrschte die Ansicht vor, dass Medien auf Individuen wie eine "Impfung" wirken. Berechenbar gestaltete Botschaften lösten beim Publikum berechenbare Reaktionen aus. "War of the Worlds", eine Radiosendung begleitet von Orson Welles, hatte tatsächlich 1938 Panik bei vielen Zuhörern ausgelöst. Auch die Beobachtung der Propaganda im Ersten Weltkrieg und die deutsche Propaganda im Dritten Reich ließen den Schluss einer unbegrenzten Medienwirkung zu.

In den USA jedoch kamen im Zuge von Studien zu Präsidentschaftswahlen bald Zweifel an der "unbegrenzten" Medienwirkung auf. Traten nicht "Meinungsführer" quasi als vermittelnde Instanz zwischen Medien und Publikum? Hatten die Individuen nicht vorgefasste Meinungen, die medial nur schwer zu ändern waren? Vermieden Individuen nicht sogar Inhalte, weil sie der eigenen Meinung widersprachen?

Diese Aspekte flossen in die Forschung ein und fanden Gehör. Dafür gab es wissenschaftspolitisch einen wichtigen Grund: Die These von Medienbotschaften, die in Kleingruppen diskutiert bzw. relativiert wurden, war bei den Medien selbst durchaus populär, entlastete sie diese doch von der Verantwortung die Gesellschaft zu stark zu beeinflussen!

Und seit Beginn der siebziger Jahre begann sich deshalb auch im deutschsprachigen Raum die bislang vorherrschende „medienzentrierte“ Betrachtungsweise in der Massenkommunikationsforschung allmählich in eine „publikumszentrierte“ Perspektive zu wandeln.
Dieser "Nutzenansatz" (uses and gratifications-approach) geht davon aus, dass die Rezipienten aus verschiedenen Motiven, Erwartungen und Bedürfnissen heraus die Massenkommunikation nutzen und sich von Mediennutzung auch Gratifikationen erwarten. Denis McQuail hat dabei folgenden Bedürfniskatalog erarbeitet:

·        Informationsbedürfnis
·        Bedürfnis nach persönlicher Identität
·        Bedürfnis nach Integration und sozialer Interaktion
·        Unterhaltungsbedürfnis

Diese Bedürfnisse steuern den gesamten Kommunikationsprozess in allen Phasen, in denen sich der Rezipient den Medien selektiv zuwendet, Medienbotschaften selektiv auswählt und aufnimmt, selektiv behält und für sich interpretiert. Der Nutzenansatz kehrt die Fragestellung des Stimulus-Response-Ansatzes gleichsam um und fragt: Was machen die Menschen mit den Medien?


Dynamisch-transaktionaler Ansatz

Sowohl das Modell "starker Wirkungen" als auch das Modell "schwacher Wirkungen" blieben letztlich unbefriedigend. War eine ausgeglichene Betrachtung möglich? Ein in den Achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts entwickelter Ansatz zur Medienwirkung ist der „dynamisch-transaktionale Ansatz“ von den Kommunikationswissenschaftlern Werner Früh und Klaus Schönbach. Dieser Ansatz bemüht sich um eine Zusammenführung von Wirkungs- (Stimulus-Response-Ansatz) und Nutzen-Ansatz. Danach entstehen in der Massenkommunikation Vorstellungs- und Verhaltensänderungen aus Wechselwirkungsprozessen („Transaktionen“) zwischen Kommunikatoren (Sendern) und Rezipienten (Empfängern), massenmediale Wirkungen treten als Folge "der Wechselbeziehungen zwischen Medienbotschaften und Leser-/Zuschauererwartungen“ auf.

So genannte „Inter-Transaktionen“ finden ständig zwischen Rezipient und Kommunikator statt: Bei der Gestaltung einer Botschaft bringt z. B. der Journalist sein Bild vom Leser ein, bei der Interpretation der Botschaft durch den Leser spielt dessen Bild vom Sender/Journalisten eine Rolle. Dann gibt es noch die „Intra-Transaktionen“, die sowohl beim Kommunikator als auch beim Rezipienten ablaufen.

Ganz entscheidend ist also die Annahme, dass Kommunikatoren wie Rezipienten innerhalb eines Kommunikationsprozesses sowohl als passive wie auch als aktive Teilnehmer gesehen werden müssen.

Nach diesem Modell wird der Rezipient in einer aktiven und einer passiven Rolle gesehen: Der aktive Rezipient bringt Motive in den Kommunikationsprozess ein, die passive Rolle beschreibt das angewöhnte Medienverhalten, das durch Motive nicht jeweils neu zu begründen ist. Das sind immer wiederkehrende „eingefleischte“ Verhaltensweisen, wie z. B. täglicher Zeitungskauf, regelmäßiges Einschalten der Tagesschau oder einer Daily Soap usw.

Die aktive Komponente beim Kommunikator besteht darin, dass er die Informationen auswählt und entsprechend den Vorstellungen, die er von seinem Publikum hat, gestaltet. Zugleich ist er auch passiv, weil sein Handeln stets von bestimmten Bedingungen beeinflusst wird.

Weitere Wirkungskonzepte

Agenda-Setting

Der Kerngedanke des Agenda-Setting-Konzeptes besteht in der Annahme, dass die Massenmedien nicht so sehr beeinflussen, was wir denken sollen, sondern eher bestimmen, worüber wir nachzudenken haben. Sie legen gewissermaßen fest, welche Themen wir auf unsere Tagesordnung (Agenda) setzen und damit welche Themen für das aktuelle Gespräch in der Gesellschaft bereitstehen. In diesem Prozess stellen die Massenmedien auch Rangordnungen von Themen auf. Mit dieser Thematisierungsfunktion werden den Medien vor allem kognitive Effekte unterstellt und nicht, wie in der klassischen Stimulus-Response-orientieren Perspektive, Wirkungen auf Einstellungen oder Verhaltensweisen.

Die Agenda-Setting-These wurde erstmals im Rahmen einer empirischen Untersuchung zur amerikanischen Präsidentschaftswahl 1968 getestet und lautet in ihrer ursprünglichen Formulierung: „While the mass media may have little influence on the direction or intensity of attitudes, it is hypothesized that the mass media set the agenda for each political campaign, influencing the salience of attitudes toward the political issues.“

Maxwell E. McComb hat drei Ansätze innerhalb der Agenda-Setting-Forschung festgelegt:

Das Awareness-Modell: es besagt, dass das Publikum durch die Medien auf bestimmte Themen aufmerksam gemacht wird.
Das Salience-Modell: es besagt, dass die unterschiedliche Hervorhebung bestimmter Themen durch die Medien unterschiedlich starke Beachtung beim Publikum zur Folge hat.
Das Priorities-Modell es führt zur Annahme, das sich die Themen-Rangfolge der Medien (media agenda) spiegelbildlich in einer ebensolchen Publikums-Agenda niederschlägt (diese Hypothese wird heute nicht mehr vertreten).

Vor dem Hintergrund, dass PR-Aktivitäten in hohem Maß die heutige Medienberichterstattung beeinflussen und verschiedene gesellschaftliche Akteure (Politiker, Lobbyisten, Verbände, Unternehmen usw.) Ereignismanagement betreiben, um die Nachrichtengebung in ihrem Sinne zu beeinflussen, wird "Agenda-Building" durch Öffentlichkeitsarbeit zum Schlüsselbegriff. Die Karriere von Themen im Vorfeld ihrer Veröffentlichung ist also von großer Bedeutung für das Verständnis des gesamten Agenda-Setting-Geschehens.

Wissenskluft

Ende der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde von einer amerikanischen Forschergruppe an der Minnesota University erstmals die Hypothese von der wachsenden Wissenskluft („increasing knowledge gap“) formuliert: „Wenn der Informationszufluss von den Massenmedien in ein Sozialsystem wächst, tendieren die Bevölkerungssegmente mit höherem sozioökonomischen Status und/oder höherer formaler Bildung zu einer rascheren Aneignung dieser Information als die status- und bildungsniedrigeren Segmente, so dass die Wissenskluft zwischen diesen Segmenten tendenziell zu- statt abnimmt.
Schweigespirale

Mit dem Konzept der „Schweigespirale“ entwarf die deutsche Publizistikwissenschaftlerin und Gründerin des ersten deutschen Meinungsforschungsinstitutes (Institut für Demoskopie Allensbach), Elisabeth Noelle-Neumann, eine Theorie über die Wirkungen der Massenmedien, die sie eng mit dem Entstehen der öffentlichen Meinung verknüpft.

„Öffentliche Meinung“ wird in diesem Zusammenhang definiert als „wertgeladene, insbesondere moralisch aufgeladene Meinungen und Verhaltensweisen, die man – wo es sich um fest gewordene Übereinstimmung handelt, z. B. Sitte, Dogma – öffentlich zeigen muss, wenn man sich nicht isolieren will; oder bei im Wandel begriffenem ,flüssigen‘ Zustand öffentlich zeigen kann, ohne sich zu isolieren.“

Furcht vor Isolation Damit ist bereits angesprochen, worauf die Theorie grundlegend basiert: auf der Furcht des Menschen vor sozialer Isolation. Aus Erkenntnissen aus der Konformitätsforschung geht man davon aus, dass Menschen ihre eigene Meinung dann eher verschweigen, wenn sie die Mehrheitsmeinung gegen sich glauben. Im Gegensatz dazu wird angenommen, dass sie ihre Überzeugungen auch öffentlich zeigen, wenn sie glauben, der Mehrheitsmeinung anzugehören.
„Schweigespirale“ heißt nun: Weil Menschen sich nicht isolieren wollen, beobachten sie pausenlos ihre Umwelt und registrieren, was zu- und was abnimmt. Noelle-Neumann bezeichnet diese Fähigkeit als das „quasi-statistische Wahrnehmungsorgan des Menschen“.

Spirale in Bewegung Im Begriff „Schweigespirale“ liegt demnach die Bewegung, das sich Ausbreitende, gegen das man nicht ankommen kann: Demnach redet jemand öffentlich, der sieht, dass seine Meinung zunimmt. Wer sieht, dass seine Meinung an Boden verliert, verfällt in Schweigen. So erscheinen diejenigen die reden, stärker als sie wirklich sind, die schweigen, wirken schwächer als sie wirklich sind. So ergibt sich eine optische oder akustische Täuschung für die wirklichen Mehrheits- bzw. Stärkeverhältnisse: Diejenigen, die reden, animieren dazu, auch zu reden, diejenigen, die schweigen, animieren zum Schweigen, bis schließlich ihre Auffassung ganz untergehen kann.

Meinungsklima Aufgrund ihrer repräsentativen Umfragen zur Bundestagswahl 1972, bei der einerseits die beiden großen Parteien SPD und CDU/CSU Kopf an Kopf lagen, andererseits der SPD bessere Chancen eingeräumt wurden, erklärte Noelle-Neumann das mit dem sog. „Meinungsklima“, d. h. mit den „Vorstellungen der Menschen, welche Ansichten und Verhaltensweisen gebilligt bzw. abgelehnt werden.“
Bei der Bundestagswahl 1976 glaubte Noelle-Neumann sogar ein „doppeltes Meinungsklima“ entdeckt zu haben: So glaubte sie, dass Journalisten eher die Regierungskoalition SPD/FDP unterstützten, während die Bevölkerung gleichermaßen zwischen SPD/FDP wie auch CDU/CSU aufgespalten war. Spätere Untersuchungen fanden Unterschiede bei der optischen Darstellung der Spitzenkandidaten,.Diese Ergebnisse wurden im Nachhinein heftig kritisiert.

Nicht zuletzt wegen dieser politischen Implikationen ist die Theorie der Schweigespirale in Deutschland heftig umstritten.Trotz aller Kritik an der Schweigespirale hat Elisabeth Noelle-Neumann mit diesem Konzept für eine Theorie der öffentlichen Meinung einen wichtigen Meilenstein in der Kommunikationswissenschaft gesetzt. In den USA konnten die Annahmen der "Schweigespirale" inzwischen für Soziale Netzwerke im Internet bestätigt werden.


Kultivierungsansatz

Ausgehend von der Idee, dass das Fernsehen eine zentrale Sozialisationsinstanz in der US-amerikanischen Gesellschaft darstellt, begann eine Forschergruppe um George Gerbner in Philadelphia gegen Ende der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts mit umfangreichen empirischen Studien. Geleitet wurde die Studie von folgender These: Die Wirkung des Fernsehens besteht weniger in der Vermittlung spezifischer Einstellungen und Meinungen zu bestimmten Themen, als vielmehr in der Kultivierung grundlegender Einstellungen über die soziale Realität.

Entstanden waren diese Überlegungen im Rahmen von Untersuchungen über die Wirkung von Gewaltdarstellungen auf Kinder und Jugendliche. Von 1976 an versuchte die Forschergruppe dann einen Einfluss der Rezeption von Gewalt im Fernsehen auf die Einstellungen der Zuschauer zu untersuchen. Diese Kultivierungsthese beruht auf der Annahme, dass häufig und über längere Zeit hinweg angesehene Gewaltdarstellungen in den Unterhaltungsprogrammen des Fernsehens die Vorstellungen der Vielseher von der Realität beeinflussen. Das führt dazu, dass sie die Häufigkeit von Verbrechen überschätzen und sich ihre Furcht vor Verbrechen steigert. Diese Kultivierungseffekte zeigen sich nach den Befunden Gerbners bei Vielsehern in höherem Maße als bei Wenigsehern.

„Mainstreaming“ In den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Ansatz aufgrund heftiger Kritik weiterentwickelt und auf Themen außerhalb des Gewaltbereiches ausgedehnt. Seither ist auch von sog. „Mainstreaming“ die Rede. Darunter versteht Gerbner die vereinheitlichende Wirkung des Fernsehens bezüglich der Meinungen und Einstellungen der Zuschauer: Vielseher aus unterschiedlichen sozialen Gruppen, die sich generell in ihren Einstellungen stark unterscheiden, haben durch extensiven TV-Konsum ähnlichere Einstellungen zu bestimmten Problemen als die Wenigseher dieser Gruppen.

Die Befunde der Gerbner-Gruppe blieben nicht lange unwidersprochen. So wird zum einen die Zuordnung der Zuschauer in Viel- bzw. Wenigseher in Frage gestellt, weiterhin würden die Ergebnisse zwar Zusammenhänge aufzeigen, aber deswegen handele es sich nicht um ursächliche Zusammenhänge: Ältere Leute, die mehr fernsehen als junge, sind aber – unabhängig vom TV-Konsum – von Natur aus ängstlicher und misstrauischer als junge Leute. Dieser Einwand zielt darauf ab, dass möglicherweise nicht das Fernsehen verschiedene Einstellungen verursache, sondern sogar umgekehrt bestimmte Einschätzungen zu bestimmten TV-Nutzungen führen würden. Empirische Studien aus der Schweiz und Österreich bestätigten, dass Gewalt im Fernsehen kaum als alleiniger Verursacher für Gewalt in der Realität verstanden werden darf.

Die Wirkung auf Kinder und Jugendliche sollte dabei natürlich gesondert und unter Berücksichtigung der besonderen Gefährdung dieser Medienzielgruppe beachtet werden.

Stefan Slaby, 05.01.2015

Freitag, 2. Januar 2015

Dimensionen persuasiver Kommunikation: Propaganda, PR und Werbung

Ein begrifflicher Wegweiser

Die sichere Abgrenzung unterschiedlicher Begriffe und Instrumente gehört zum Standardrepertoire von Fort- und Weiterbildungen für Kommunikationsberufe. Sie ist aber auch wichtiger Bestandteil von Medienkompetenz. Besonders die Erscheinungsformen der „Persuasiven Kommunikation“ („überredender Kommunikation“) bedürfen einer sorgfältigen Definition. Persuasive Kommunikation findet ihre Anwendung in Propaganda, Agitation, Public Relations (PR) und Absatzwerbung. Sowohl bei Laien als auch Fachleuten sorgt gerade die Abgrenzung von Propaganda und Public Relations regelmäßig für Unsicherheit. Und gerade hier ist die Gefahr des bewussten oder fahrlässigen Missbrauchs von Begriffen besonders groß.

Was verstehen wir unter Propaganda?

Der Propagandabegriff hat in der Kommunikationsforschung von massentheoretischen Überlegungen (Erster Weltkrieg) über die empirische Propagandaforschung in den USA bis zu einer Phase der „Entideologisierung“ einen intensiven Wandel durchgemacht (vgl. besonders Thymian Bussemer, Propaganda, Wiesbaden 2005, Diss.). Über diesen Zeitablauf haben sich jedoch definitorische Gemeinsamkeiten herauskristallisiert, die eine präzise Beschreibung des Phänomens ermöglichen.

Propaganda ist zunächst einmal „Persuasive Kommunikation“, die die Realitätskonstruktion des Menschen zu verändern versucht. Sie bedient sich dabei diverser Begriffe, Zeichen und Symbole, indem sie diese teils neu kombiniert und setzt a l l e verfügbaren Medien und Massenmedien ein. Der Absender der Propaganda folgt einer Zielsetzung und stützt sich auf strategische Vorgaben und Planungen, die wissenschaftlich gestützt und empirisch abgesichert sein können. Propaganda ist „Überredung“, sie will Menschen überzeugen, eine bestimmte Haltung einzunehmen. Bis zu diesem Punkt zeigen sich die Parallelen zur Public Relations.

Doch Propaganda geht weiter: Sie arbeitet mit Manipulation, unterschlagenen Informationen und verfälschten Fakten. Sie überhöht und idealisiert die eigene Position, während  die „Gegenseite“ stark abgewertet oder sogar enthumanisiert wird. Im Gegensatz zur PR enthält Propaganda, wie Klaus Merten (in Publizistik, Nr. 2, 2000) ausführt, eine klare Sanktionsdrohung. Das heißt: Wer der Propaganda nicht folgen will, wird vom Diskurs ausgeschlossen: Dies kann in praxi durch intentionale Beschädigung der Reputation, Einschränkung der Kommunikationsmöglichkeiten oder - in totalitären Systemen - durch physische Gewalt geschehen.

Public Relations: Standards und Ethik

Besonders die letztgenannten Merkmale zeigen die deutlichen Unterschiede zur PR auf: Diese will nämlich Kommunikationsbeziehungen und Images gestalten, Verständnis und Vertrauen aufbauen. Bei dieser oft informationsgestützten Aufgabe berücksichtigt sie kodifizierte ethische Grundsätze und Mindeststandards von Dachverbänden und internationalen Organisationen.

Bliebe noch die Agitation: Während Propaganda oft dezidiert gegen eine Gruppe, einen Staat, eine Person oder eine Idee auftritt, arbeitet Agitation manipulativ etwa für ein Ideal oder eine Idee.
Von den genannten Begriffen lassen sich schließlich alle Formen der Marketingkommunikation abgrenzen, die letztlich klare absatzpolitische Zielsetzungen verfolgen und dabei an teils strenge rechtliche und auch ethische Vorgaben gebunden sind. Wie die PR so tritt auch die Absatzwerbung nicht explizit diffamierend und sanktionierend auf. Eine rechtlich eingeschränkte Komponente findet sich höchstens in der so genannten "Vergleichenden Werbung".

Diese begrifflichen Grundlagen sind geeignet, um auch im Alltag die genannten Kommunikationsformen zu identifizieren und Medienkompetenz aufzubauen.

Stefan Slaby, 02.01.2015

Freitag, 26. Dezember 2014

Die Parallelwelt der anderen

Hybris und Kritikunfähigkeit als Ursache für Medienverdrossenheit

Mangelndes Selbstbewusstsein kann man bei Christoph Herwartz (Jahrgang 82) nicht entdecken. Seine Biografie ist vielleicht typisch für die neue Generation von "Thirty Somethings", die zurzeit in den Redaktionen von Rundfunk und Presse Karriere macht:


"Christoph Herwartz, Jahrgang 1982, ist Diplom-Politikwissenschaftler und Absolvent der Kölner Journalistenschule. Nach Stationen bei Zeit Online und als Sprecher eines Jugendverbandes kam er 2012 zu n-tv.de. Er ist Redakteur im Ressort Politik und schreibt unter anderem über Außen- und Sicherheitspolitik, Geheimdienste, die Europäische Union und die Linkspartei." (Quelle n-tv)

Christoph Herwartz glaubt nun, die Ursachen für die in weiten Teilen der Bevölkerung um sich greifende Medienverdrossenheit entdeckt zu haben:

 http://www.n-tv.de/politik/AGePro-Amateure-gegen-Profis-article14180666.html

Der junge n-tv Redakteur greift hier auf eine prototypische Argumentation zurück, wie sie in den letzten Wochen oft zu lesen war: Die Medienkritiker sind pauschal bestenfalls vom gesellschaftlichen Leben abgehängte, der Rhetorik kaum mächtige Zeitgenossen, die  - was sonst - Verschwörungstheorien anhängen. Kommt das einigen Beobachtern bekannt vor? Sicher: Die Begriffe "Putinversteher" oder "Trolle" sind seit einigen Monaten Standard, um Kritiker der agitatorischen und höchst unsachlichen Ukraineberichterstattung zu diffamieren. Das änderte sich nicht einmal, als selbst der ARD-Programmbeirat zur Kritik gegen die eigenen Redaktionen ansetzte. In der "Welt" sah man zu diesem Zeitpunkt sogar in diesem ARD-Gremium "Putins langen Arm" am Werk...

Der unfassbare Text noch einmal zur Erinnerung:

http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article132596099/Putins-langer-Arm.html

Zurück zu Herwartz. Der fiel mir zunächst mit einem Beitrag über Helmut Schmidt auf. Dieser hatte sich besorgt über die konfrontative Politik des Westens in der Ukrainekrise geäußert und dabei auch und vor allem die Vorgeschichte des Konfliktes im Auge behalten. Herwartz hatte die Bedenken des Altkanzlers vom Tisch gewischt und unter der Überschrift "Helmut Schmidt sagt nicht die Wahrheit" kommentiert.

http://www.n-tv.de/politik/Helmut-Schmidt-sagt-nicht-die-Wahrheit-article12844481.html

Herwartz arbeitet weder die Vorgeschichte des Konfliktes, die Expansion des Westens Richtung Osten, noch die Einmischung westlicher Politiker in Kiew in den Kommentar ein. Doch eben daran denkt Helmut Schmidt, wenn er seine Warnungen ausspricht. Respekt vor der außenpolitischen Erfahrung des Altkanzlers, den Blick des Altkanzlers als Zeitzeuge? Fehlanzeige! Wie bei vielen seiner Kollegen auch. Doch Schmidt steht nicht allein: Hans-Dietrich Genscher, Henry Kissinger oder Egon Bahr, die Liste der Bedenkenträger westlicher Ukrainepolitik liest sich wie das Who-is-Who gesammelter außenpolitischer Erfahrung. Die Reaktionen deutscher Journalisten von Ina Ruck über Golineh Atai bis Birgit Schmeitzner und eben Christoph Herwartz, um nur einige zu nennen, sind immer gleich: Die Kritiker sind nicht mehr im Geschäft, haben keine Kenntnis der aktuellen Situation oder sagen gar die Unwahrheit. Man selbst ist dagegen, Birgit Schmeitzner hat das auf Twitter oft durchklingen lassen, im Besitz der absoluten Wahrheit, die den Irrtum weder kennt noch zulässt. Da sind sie sich einig: Die Journalisten von Boris Reitschuster bis Udo Lielischkies. Jeder, der hier nicht folgt, ist, unabhängig von Ausbildung, Erfahrung und Expertise, ein "Troll", ein "Truther", ein "Putinagent" oder eben ein "Verschwörungstheoretiker".

Vor diesem Hintergrund lässt sich besser beantworten, warum die "Medienverdrossenheit" zunimmt.
Herwartz: "Das Potenzial, dass die Parallelwelt sich vergrößert, ist gegeben: 69 Prozent der Deutschen vertrauen den etablierten Medien nicht oder nur wenig."

So richtig die Statistik ist, so falsch die Verkürzung der Ursachen. Nein, die Ursachen für die Medienverdrossenheit liegen nicht nur beim Unvermögen der Abgehängten. Sicher kommt es bei den Kritikern zu Überzeichnungen. Aber in einer Parallelwelt leben nicht nur sie. In einer Parallelwelt leben vor allem jene Redakteure, die sich jeder Kritik und Selbstkritik entzogen haben, die den Stuhl des Beobachters nur zu gerne mit dem des "Mitmischers" tauschen, deren Nähe zu den politischen Entscheidern keine alternativen Weltbilder mehr zulässt.

http://www.fr-online.de/doku---debatte/haltungen--popper-und-moneten,1472608,2870412.html

Und aus dieser Parallelwelt heraus haben sie das Publikum mittlerweile aus den Augen verloren. Jüngstes Beispiel: Golineh Atai ist "Journalistin des Jahres" 2014.

http://meedia.de/2014/12/19/fuer-ukraine-berichterstattung-ard-reporterin-golineh-atai-wird-als-journalistin-des-jahres-2014-ausgezeichnet/

Die Ernennung einer der wohl umstrittensten ARD-Korrespondentinnen in Moskau ist nichts anderes als ein Funkspruch aus eben jener Parallelwelt, in der Herwartz eigentlich nur Teile der Kritiker sieht: Seht her, egal, was ihr, wen ihr und wie ihr kritisiert, es schert uns einen Dreck!

Wer die Medienverdrossenheit dieser Tage verstehen will, darf eben diese Hybris nicht verschweigen.


Stefan Slaby




Warum dieser Blog?

Twitter war für mich als Kommunikationswissenschaftler bislang die ideale Plattform, um an der Diskussion über aktuelle medienpolitische Entwicklungen teilzunehmen. Kurze Statements und die Möglichkeit Links zu posten, waren und sind eine gute Möglichkeit, um neben der täglichen Arbeit die eigene Meinung zu veröffentlichen. Nach einem Interview zu meiner Programmbeschwerde wegen der Ukraineberichterstattung der ARD

http://www.hintergrund.de/201406053116/feuilleton/zeitfragen/ukraine-berichterstattung-programmbeschwerde-beim-rundfunkrat.html

besteht jedoch Bedarf für mehr Raum und ausführlichere Darstellungen.

In diesem Blog möchte ich als Fachmann für Medien und Kommunikation Stellung beziehen: Aktuell unter anderem zur Berichterstattung über Russland und die Ukrainekrise, bei der deutsche Journalisten statt zu informieren, in einem nie dagewesenen Ausmaß aggressiv agitieren!

Dieses Thema ist von besonderer Bedeutung, weil es medienpolitisch eine "Zeitenwende" darstellt: Auf breiter Front versagt hier die Kritik- und Kontrollfunktion etablierter Medien ("Mainstreammedien"), wie es zuvor nur bei der Wirtschafts- und Finanzberichterstattung zu beobachten war. Dieses Versagen ist aufgrund der militärischen, auch nuklearen, Potenziale der beteiligten Konfliktparteien brandgefährlich und bedarf einer engmaschigen Kontrolle durch eine engagierte Gegenöffentlichkeit.

Denn fest steht: Es gelang Kritikern der Politik von USA, EU und NATO bislang nicht, sich in diesen etablierten Medien ausreichend zu artikulieren. Im Gegenteil: Bei unterschiedlichen Gelegenheiten holten und holen Journalisten, auch abgabenfinanzierter Medienangebote, zu Publikumsbeschimpfung und Diffamierung aus! Blogs übernehmen in dieser Situation eine besondere Verantwortung: Sie müssen mit größtmöglicher Sorgfalt diese "Artikulationslücke" schließen.

Daneben werde ich aber auch Entwicklungen sowie Themen kommentieren und darstellen, die für Teilnehmer von Fort- und Weiterbildungen aus dem weiten Bereich "Kommunikation" von Interesse sind. Hierbei werde ich in Absprache mit Kooperationspartnern auch auf prüfungsrelevante Inhalte, Begriffe und Aufgaben eingehen.

Ich freue mich über namentliche Rückmeldungen, Fragen und Anregungen!

Wichtiger Hinweis: Weiterhin nicht reagieren werde ich auf anonym verbreitete Texte: Die Diktion solcher "Angebote" verweist oft genug auf extremistische Hintergründe. Solche Texte werde ich selbstverständlich auch nicht zitieren oder verbreiten. Die Produzenten solcher "Analysen" oder  "Namenslisten" Andersdenkender diskreditieren und entlarven sich durch ihre Vorgehensweise selbst. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Herzliche Grüße

Stefan Slaby, M. A.
(Dozent und Fachautor, Münster)